Leistungssport im THG PDF Drucken

Das THG: Partnerschule des Leistungssports


Konzept zur Förderung besonderer Begabungen im Sport am Theodor-Heuss-Gymnasium:
Talentsuche und Talentförderung


1. Ziele

Eine wesentliche Voraussetzung für Erfolge im Nachwuchsleistungs- und Spitzensport ist eine systematische Talentsuche und Talentförderung im Sinne einer mittel- und langfristigen Begleitung. Vorrangiges Ziel dieses Prozesses ist es, viele sportlich talentierte Kinder und Jugendliche für ein dauerhaftes wettkampf- und leistungsbezogenes Engagement im Sportverein zu gewinnen. Wichtigste Voraussetzung dabei sind vielfältige und flächendeckende Sport- und Bewegungsangebote, wie sie originär von den Sportvereinen, aber auch im Sportunterricht der Schulen unterbreitet werden. Verbesserte Sportangebote, insbesondere im Rahmen des „Offenen Ganztags“, sind in diesem Zusammenhang anzustreben.

Gleichzeitig wird die Gewinnung von Leistungssportnachwuchs, der auch internationalen Maßstäben genügt, angestrebt.

Das „Konzept Talentsuche und Talentförderung“ orientiert sich strukturell und inhaltlich an den Vorgaben des Nachwuchsleistungssportkonzepts 2012 des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und soll dazu beitragen, dass sowohl Sportvereine als auch Schulen in enger Zusammenarbeit den Einstieg in das leistungssportliche Training für Kinder und Jugendliche human und pädagogisch verantwortungsbewusst gestalten. Dabei sind die schulischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
Voraussetzung für das spätere sportartgerichtete Training in den Sportvereinen ist neben einer breiten und vielseitigen sportmotorischen und konditionellen Ausbildung im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Schulsport auch eine ausgeprägte Motivation verbunden mit einer entsprechenden Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

Durch die systematische Zusammenarbeit von Schule und Verein soll die Effektivität der Talentidentifikation und  -entwicklung gesteigert werden. Diese Kooperationen werden vom LandesSportBund Nordrhein-Westfalen und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Um in das Förderprogramm des THGs aufgenommen zu werden, müssen die angehenden 5.-Klässler den motorischen Test für NRW, schulintern im Januar jeden Jahres durchgeführt, durchlaufen und bestehen.
Das Theodor-Heuss-Gymnasium als Partnerschule im Leistungssport hat insbesondere die Aufgabe, die Nahtstelle zwischen Schule und Leistungssport zu bilden und die SchülerInnen auf ihrem Weg zum Spitzensport zu begleiten.


2. Inhalte

Die Talentsuche und -förderung ist originäre Aufgabe der Fachverbände. Die Verbände beschreiben – gemäß ihrer inhaltlichen und strukturellen Verantwortung – in den Regionalkonzepten bzw. Strukturplänen ihre Maßnahmen im Rahmen des gesamten systematischen Talentfindungs- und -förderungsprozesses. Die Vorgaben für die leistungssportliche Ausbildung ergeben sich aus den jeweiligen Rahmentrainingskonzeptionen und sollen moderne wissenschaftliche Erkenntnisse des Trainings mit Kindern und Jugendlichen berücksichtigen.
Zur Unterstützung der Fachverbände und ihrer Leistungssport treibenden Vereine bei der systematischen Talentsuche und Talentförderung werden landesweit an den Standorten des Leistungssports, den NRW-Leistungssportzentren, und den Landesleistungsstützpunkten der Vereine der 1. und 2. Liga sowie den Schulen des Verbundsystems Talentstützpunkte eingerichtet.

Diese Talentstützpunkte entwickeln die Kooperation von Schulen und Sportvereinen und organisieren im Rahmen des außerunterrichtlichen Schulsports schulische Talentsichtungs- und Trainingsgruppen. Dabei sind die unterschiedlichen Ebenen der Schul- und Schulsportverwaltung einzubeziehen.
Die Talentstützpunkte sichern über die einbezogenen Vereine und Schulen sowohl die Qualität der Arbeit in den Gruppen als auch die sächlichen und räumlichen Voraussetzungen.

Aufgabe der Schule ist es, die vielseitige sportartübergreifende Grundausbildung mit motorischen und konditionellen Zielen zu erleichtern und zu organisieren, den Einstieg in die sportartspezifische Talentförderung zu unterstützen und damit die gezielte Suche nach sportmotorisch talentierten Kindern zu ermöglichen. Es wird ein Netz von Grundschulen mit einem leistungssportfreundlichen Profil angestrebt, in denen der Talentsichtung -förderung ein hoher Stellenwert beigemessen wird und die mit Schulen des Verbundsystems kooperieren.

Das Personal für die Arbeit der schulischen Gruppen muss über entsprechende Qualifikationen verfügen. Es ist über die aktuellen trainingswissenschaftlichen Erkenntnisse informiert und mit den aktuellen pädagogischen und entwicklungspsychologischen Fragestellungen vertraut.


3. Übersicht Talentsichtungs- und Talenttrainingsgruppen am Beispiel Basketball

Die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen erfolgt in den einzurichtenden außerunterrichtlichen Talentsichtungs- und Trainingsgruppen. Neben den gemeinsamen inhaltlichen und strukturellen Vorgaben gibt es eigenständige charakteristische Merkmale, die in der nachfolgenden Tabelle dargestellt sind:


Talentsichtungsgruppen

Trainingsgruppen

Zielsetzung

motorisch und konditionell talentierte Kinder sichten und in die Sportvereine überleiten

ergänzende sportliche Ausbildung im Sinne eines qualifizierten Grundlagentrainings

Inhalte

vielseitige sportartübergreifende motorische und konditionelle Grundausbildung

sportartspezifisches Grundlagentraining gemäß der RTK der Verbände , konditionelle und koordinative Grundlagenausbildung

Auswahl (Zusammensetzung der Gruppe)

Empfehlung durch Vereins-/Verbandstrainer/Schule nach vorheriger Sichtung (Tests, Tag der offenen Tür, Unterrichtshospitationen, Schulsportwettbewerbe u.a.)

fachliche Vorgaben der Verbände für Kinder und Jugendliche mit Kaderperspektive

Auswahl (Übergänge)

Empfehlung durch Vereins-/Verbandstrainer für den Vereinsübergang, Durchführung MT 11

Vorgaben der Verbände für die Verbandskader (u.a. wissenschaftlich abgesicherte Testverfahren, MT 2²)

Alter

gemäß der Rahmentrainingskonzeptionen; vorzugsweise Grundschulalter

gemäß der Rahmentrainingskonzeptionen; max. zwei Jahre vor Kaderstatus

Dauer

variabel, an den Erfordernissen der jeweiligen Sportart/Sportdisziplin orientiert, max. 1 Schuljahr

gemäß sportfachlicher Vorgaben der Verbände, bis Erreichen des Kaderstatus

Umfänge

variabel, an den Erfordernissen der jeweiligen Sportart/Sportdisziplin orientiert

variabel, an den Erfordernissen der jeweiligen Sportart/Sportdisziplin orientiert

Gruppengröße

Max. 15

Berücksichtigung der sportartbezogenen Besonderheiten

Max. 15

Berücksichtigung der sportartbezogenen Besonderheiten

Personal

A, B, C-Lizenz, staatlich anerkannte Ausbildung

A, B-Lizenz, staatlich anerkannte Ausbildung

Qualitätskontrolle

Übergangsquote in die Vereine, Testergebnisse beim Übergang, Durchführung MT 1 ¹

Vorgaben der Verbände, wissenschaftlich abgesicherte Testverfahren - MT 2 ²

 

¹ Motorischer Test für Nordrhein-Westfalen/FoSS - Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen in Karlsruhe
² Motorischer Test 2 für Nordrhein-Westfalen (wird zur Zeit entwickelt)



Gemäß der Tatsache, dass Hagen einen Leistungsstützpunkt Basketball darstellt, hat das Theodor-Heuss-Gymnasium für das Schuljahr 2010-11 in Absprache mit der Stützpunktkoordinatorin Sabine Kaminski zwei Talenttrainingsgruppen eingerichtet, die von Tobit Schneider, B-Trainerlizens-Inhaber, in Kooperation mit Sandra Steinhoff, C-Trainerlizens-Inhaberin, geleitet werden. Hier werden die in der 5. Klasse gefundenen und mittlerweile durch die enge Kommunikation und Kooperation von Schule und Verein auch in Vereine übergegangenen Talente in einer Gruppe aus BasketballerInnen der Klassen 6 und 7 zusammengeführt und weiter gefördert. Aus dieser ersten Talenttrainingsgruppe erwächst dann die zweite, klar leistungsorientierte Talenttrainingsgruppe, die die BasketballerInnen der Schuljahre 8 bis 11 fördert. Aus dieser Gruppe von LeistungssportlerInnen werden die SpielerInnen für die Schulmannschaften WK II und WK III akquiriert, die jährlich am Bundeswettbewerb der Schulen, Jugend trainiert für Olympia, teilnehmen und regelmäßige Erfolge einfahren.
Talentsichtungsgruppen für BasketballerInnen der Stufe 5 sind am THG für das Schuljahr 2010-11 zwei Stück eingerichtet. Eine dieser Gruppen wird von THG-Sportlehrer und Basketballer Michael Marscheider geleitet, die zweite Talentsichtungsgruppe wird gemäß der engen Kooperation von Schule und Verein im Rahmen der Phoenix-Academy von BG-Regionalligatrainer und -Jugendkoordinator Kosta Fillipou geleitet. Aus diesen Gruppen werden am Ende des Schuljahres die Empfehlungen für die Talenttrainingsgruppe 6/7 für das kommende Schuljahr hervorgehen.
Als Vorläufer der Talentsichtungsgruppen am THG gelten die AGs an Hagener Grundschulen im Einzugsbereich. Durch die enge Kooperation mit den AG-Leitern, die zum großen Teil aus Hagener Vereinen stammen, werden schon hier Grundsteine für die zukünftige Aufnahme in das Talentförderprogramm des THGs gelegt. Eine Übersicht über das Netzwerk der Talentförderung im Basketball in Hagen auf schulischer Ebene (Stand Januar 2010) ist angehängt.


4. Der sportmotorische Test für Nordrhein-Westfalen

Im Januar eines jeden Jahres wird am THG der sportmotorische Test für NRW (Sichtung) durchgeführt. Der Motorische Test für NRW wurde im Auftrag des Innenministeriums NRW von einer Expertengruppe unter Federführung von Prof. Dr. Klaus Bös am Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen  (FoSS) der Universität Karlsruhe (TH) entwickelt. Mit den 8 Testaufgaben können die motorischen Fähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination gemessen werden sowie über die Beweglichkeit die passiven Systeme der Energieübertragung. Somit lassen sich mit Hilfe des Tests Aussagen zur körperlichen Leistungsfähigkeit treffen. Eine Testauswertung ist auf zwei Ebenen möglich: auf der Ebene der Einzeltests, um differenziert Stärken und Schwächen zu ermitteln, und auf der Ebene des Gesamtwertes, um einen ersten Eindruck über die Leistungsfähigkeit  eines Kindes zu erhalten. Der motorische Test wird an allen NRW-Sportschulen zur Sichtung von motorisch positiv auffälligen Viertklässlern angewendet. Kinder, die den sportmotorischen Test im Januar eines Jahres mit guten bzw. überdurchschnittlichen Leistungen bestehen, können bei entsprechender gymnasialer Qualifikation im darauf folgenden Schuljahr in das Talentförderprogramm des THGs aufgenommen werden.


5. Qualifizierungsmaßnahmen

Trainerspezifisches Wissen und Können auf hohem Niveau sowie die Herausbildung entsprechender Kompetenzen durch deren Anwendung in der Praxis sind entscheidende Voraussetzungen für eine innovative Leistungssportpraxis in Nordrhein-Westfalen. Der Aus- und Fortbildung der Trainerinnen und Trainer kommt demnach eine zentrale Rolle zu. Ziel ist es, Trainerinnen und Trainer auf den neuesten Stand der sportwissenschaftlichen Entwicklung zu bringen und zu halten, um wissenschaftliche Erkenntnisse zeitnah und effizient nutzen zu können und höchste Qualität in der Ausbildung sicherzustellen.
Die in die Ausbildung von Talenten am THG involvierten LehrerInnen haben eine Trainerausbildung durchlaufen und nehmen regelmäßig an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Gleichzeitig werden regelmäßig in Kooperation mit Hagener Basketballvereinen Fortbildungsmaßnahmen zur Trainer- und Betreuerausbildung vor allem für SchülerInnen aber auch für Grundschul- und Sekundarschullehrer angeboten. Eine Verbindung des Sporthelferkonzepts mit der WBV-Betreuerausbildung (Module 1+2) ist derzeit in Bearbeitung, so dass wahrscheinlich schon die Sporthelferausbildung 2011 für interessierte SchülerInnen durch die Spezialisierung „Basketball-Betreuer“ ergänzt werden kann.


6. Das THG als Bindeglied zwischen Schule und Leistungssport

Um den Athleten und Athletinnen den Umgang mit der Doppelbelastung von Schule und Vereinstraining soweit wie möglich zu vereinfachen, bietet das THG folgende Betreuungs- und Beratungsmaßnahmen an:

  • enge Kommunikation Lehrer – Schüler – Eltern – Vereinstrainer
  • Hausaufgabenbetreuung der Klasse 5 im Rahmen des Ganztags
  • Hausaufgabenbetreuung der Klassen 6 – 10 im Rahmen des offenen Ganztags
  • Organisation von privater Nachhilfe bzw. Nachhilfe im Rahmen des Konzepts Schüler helfen Schülern
  • Schullaufbahnberatung
  • Wochenplanerstellung
  • Angebot von warmem Mittagessen in der schuleigenen Mensa und diverser Snacks in der schuleigenen Cafeteria
  • Freistellung vom Unterricht für Vereinswettkämpfe, Kadermaßnahmen bzw. Nationalmannschaftswettkämpfe
  • Nutzen von Freistunden der Oberstufenschüler für Einzeltraining durch Vereinstrainer
  • Angebot eines Schülerselbstlernzentrums / einer Schülerbibliothek / der Computerräume



 

Kontakt

Theodor Heuss Gymnasium (THG)
Humpertstr. 19, NRW
58097 Hagen

Telefon: 0 23 31 / 98 18 90
Telefax: 0 23 31 / 98 18 949

thg.hagen@t-online.de
www.thg-hagen.info

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